Wie viele Kartons braucht man wirklich?
Die häufigste Fehleinschätzung beim Umzug ist die Kartonzahl, und zwar immer nach unten. Als grobe Richtung gilt: Rechnen Sie mit ungefähr zehn Umzugskartons je Person für die Küche, mit fünf bis zehn je Wohnraum und noch einmal mit einem ordentlichen Aufschlag für alles, was in Keller, Dachboden und Garage steht. Bei einem Einfamilienhaus in Neuenhagen sind die Nebenräume regelmäßig der größere Teil.
Wichtiger als die genaue Zahl ist die Sortenmischung. Ein Stapel gleich großer Standardkartons klingt praktisch, führt aber dazu, dass die schweren zu voll und die leichten zu leer werden. Sinnvoll ist eine Mischung aus stabilen kleinen Kartons für Bücher und Werkzeug, Standardkartons für den Alltag und ein paar großen für Bettzeug, Kissen und Lampenschirme.
Besorgen Sie eher zu viele als zu wenige und behalten Sie den Kassenbon. Ein leerer Karton kostet fast nichts, ein fehlender Karton kostet einen Abend. Was wir an Material mitbringen und wie das abgerechnet wird, steht auf der Preisseite.
- Küche: rund zehn Kartons je Person, überwiegend kleine und mittlere
- Wohnzimmer: fünf bis zehn, dazu eigene Kartons für Bücher und Medien
- Schlafzimmer: fünf bis acht, Bettzeug und Kissen in die großen
- Kinderzimmer: sechs bis zehn, Spielzeug wiegt mehr, als man denkt
- Bad und Flur: zwei bis vier, meist schnell gepackt
- Keller, Dachboden, Garage: getrennt schätzen, hier liegt der Aufschlag
Schwer in klein, leicht in groß
Die wichtigste Regel beim Packen ist zugleich die, gegen die am häufigsten verstoßen wird: Schweres kommt in kleine Kartons, Leichtes in große. Der Grund ist einfach. Ein großer Karton, der mit Büchern gefüllt ist, wiegt so viel, dass ihn niemand mehr sauber heben kann. Der Boden reißt, und beim Tragen über eine Treppe wird es gefährlich.
Die Grenze liegt bei etwa zwanzig Kilogramm. Das ist keine Willkür, sondern die Menge, die eine Person aus der Hocke aufnehmen und über eine schmale Kellertreppe tragen kann, ohne den Rücken zu ruinieren. Praktisch prüfen Sie das so: Karton zuklappen, anheben, und wenn Sie ihn nicht mit gestreckten Armen ruhig halten können, kommt etwas heraus.
Füllen Sie Kartons immer bis oben, aber nicht über den Rand. Ein halbleerer Karton knickt unter dem Gewicht des Stapels ein, ein überfüllter lässt sich nicht schließen und nicht stapeln. Hohlräume oben füllen Sie mit Handtüchern, Geschirrtüchern oder Kleidung auf, dann sitzt der Deckel plan und der Stapel steht.
Und kleben Sie den Boden richtig: eine Bahn Klebeband längs über die Naht, dann zwei quer darüber. Ineinander gefaltete Bodenklappen sind keine Verschlussmethode, sondern ein Versprechen, das der Karton nicht hält.
Beschriften nach Zielraum, nicht nach Inhalt
Auf dem Karton steht nicht, was drin ist, sondern wohin er soll. Das klingt zunächst falsch und ist der größte einzelne Zeitgewinn des ganzen Umzugs. Am Ankunftstag interessiert niemanden, ob in einem Karton Handtücher oder Bettwäsche sind. Interessant ist nur, ob er in das Bad oder in das Schlafzimmer gehört, denn danach wird abgeladen.
Schreiben Sie den Zielraum groß auf mindestens zwei Seiten, nicht auf den Deckel. Im Stapel sieht man Deckel nicht. Wenn Sie zusätzlich eine laufende Nummer vergeben und in einer einfachen Liste notieren, was in Nummer siebzehn steckt, finden Sie später auch den Wasserkocher wieder, ohne zwölf Kartons zu öffnen.
Bewährt hat sich ein Farbsystem: je Zielraum eine Farbe, als Klebepunkt oder als breiter Strich mit dem Marker. Wer am Zielort einen passenden Zettel an die Zimmertür klebt, muss der Mannschaft nichts erklären. Die Kartons wandern dann direkt an den richtigen Ort, statt im Flur zwischengelagert und später noch einmal getragen zu werden.
Zwei Zusätze lohnen sich: ein deutliches Wort für alles Zerbrechliche und ein Pfeil, der oben zeigt. Beides steht auf derselben Seite wie der Zielraum, damit ein Blick genügt.
Bücher, Akten und Papier
Bücher sind der Klassiker unter den überladenen Kartons. Ein laufender Meter Taschenbücher wiegt bereits ordentlich, gebundene Bände und Bildbände deutlich mehr. Nehmen Sie ausschließlich kleine, stabile Kartons und legen Sie die Bücher flach übereinander, nicht stehend auf den Schnitt. Stehend gepackt verziehen sich die Buchrücken auf der Fahrt.
Bleibt oben Platz, füllen Sie ihn mit etwas Leichtem auf, statt noch eine Lage Bücher hineinzuzwingen. Wer den Karton bis an die Kante füllt, hat einen Karton, den zwei Personen zu zweit tragen, und genau das kostet am Umzugstag Zeit.
Akten und Ordner behandeln Sie gleich, mit einem Zusatz: Ordner liegen flach, sonst drücken die Bügelmechaniken durch die Pappe. Unterlagen, die Sie kurzfristig brauchen könnten, also Verträge, Ausweise, Versicherungsunterlagen und die Papiere zur neuen Wohnung, packen Sie gar nicht ein. Die reisen in einer Mappe mit Ihnen im eigenen Auto.
Geschirr, Gläser und alles Zerbrechliche
Geschirr wird stehend gepackt, nicht gestapelt. Teller auf die Kante gestellt, jeweils mit Papier dazwischen, überstehen die Fahrt weit besser als ein Stapel, der bei jeder Bodenwelle auf sich selbst schlägt. Der Kartonboden bekommt vorher eine dicke Lage Papier oder ein zusammengelegtes Handtuch als Polster.
Gläser werden einzeln eingewickelt und aufrecht eingestellt, Stielgläser mit besonderer Sorgfalt, weil der Stiel die schwächste Stelle ist. Zwischen die Reihen kommt eine Trennlage. Wenn Sie den Karton anheben und es klirrt, fehlt Füllmaterial: Nachfüllen, bis nichts mehr wandert.
Als Polster taugt fast alles, was Sie ohnehin transportieren: Geschirrtücher, Bettwäsche, Handtücher, Socken. Zeitungspapier funktioniert, färbt aber auf hellem Porzellan ab; für gutes Geschirr nehmen Sie besser unbedrucktes Packpapier. Töpfe, Pfannen und Schüsseln dürfen ineinander, mit Papier zwischen den Böden.
Zerbrechliche Kartons kommen im Wagen nach oben und werden nie mit schweren Kisten belastet. Deshalb ist die Kennzeichnung so wichtig: Was die Mannschaft nicht lesen kann, kann sie auch nicht berücksichtigen.
Elektronik, Kleidung, Pflanzen und Lebensmittel
Für Elektronik ist der Originalkarton die beste Verpackung, wenn er noch existiert. Sonst gilt: Gerät gut in eine Decke oder in Luftpolsterfolie, rundum Polster, nichts darf im Karton verrutschen. Fotografieren Sie die Rückseite eines Fernsehers oder einer Anlage, bevor Sie die Kabel abziehen, dann sparen Sie sich am Zielort das Rätselraten. Kabel und Fernbedienungen kommen in einen beschrifteten Beutel, der an das jeweilige Gerät gehört.
Kleidung ist die einfachste Kategorie. Hängendes bleibt am besten hängend, in einem Kleiderbox-Karton mit Stange; alles andere kommt gefaltet in große Kartons, weil es leicht ist. Bettzeug, Kissen und Decken sind ideale Füllmasse und dürfen ruhig die großen Kartons belegen, die sonst zu schwer würden.
Zimmerpflanzen reisen zuletzt und am besten im eigenen Auto, aufrecht in einer flachen Kiste, damit sie nicht umkippen. Vor dem Umzug wenig gießen: nasse Erde ist schwer und tropft. Große Kübelpflanzen sagen Sie beim Aufmaß an, damit sie mit eingeplant werden.
Lebensmittel planen Sie ab: Kühlschrank und Gefriertruhe leeren, abtauen und trocken wischen, sonst steht am Zielort Wasser im Wagen. Vorräte in Dosen und Gläsern kommen in kleine Kartons. Angebrochenes, Öl und Flüssiges verbrauchen oder abgeben, statt es einzupacken.
Was nicht in den Karton gehört
Manches hat im Umzugskarton nichts verloren, entweder weil es gefährlich ist oder weil es zu wertvoll ist, um in einem Stapel unterzugehen. Die Liste ist kurz, aber sie sollte vor dem Packen einmal gelesen werden.
Alles, was zur ersten Gruppe gehört, geben Sie vor dem Umzug bei der zuständigen Sammelstelle ab. Alles aus der zweiten Gruppe nehmen Sie selbst mit. So ist beides geregelt, bevor der Umzugstag beginnt, und niemand sucht am Abend nach dem Schlüsselbund.
- Kraftstoffe, Spiritus, Lösungsmittel, Gasflaschen und Spraydosen
- Angebrochene Farben und Lacke, alte Batterien, Altmedikamente
- Bargeld, Schmuck, Uhren und wichtige Dokumente
- Schlüssel, Ausweise, Ladegeräte für Telefon und Laptop
- Verderbliche Lebensmittel und alles Offene aus dem Kühlschrank
- Zerbrechliche Einzelstücke ohne Polster, etwa Spiegel oder gerahmte Bilder
Der Packplan über mehrere Wochen
Packen ist kein Wochenprojekt, sondern eine Abfolge kleiner Portionen. Wer sechs bis acht Wochen vorher beginnt und pro Abend nur einen Bereich schafft, ist rechtzeitig fertig, ohne dass es je hektisch wird. Der Grundsatz dabei: Zuerst kommt weg, was Sie am wenigsten brauchen, zuletzt das, was Sie täglich benutzen.
Ein Bereich bleibt bis zum Schluss offen. Kaffee, ein paar Teller, Reinigungsmittel, Werkzeug, Toilettenpapier und ein Satz Kleidung sind bis zur letzten Stunde im Zugriff und wandern in den Karton für den ersten Abend. Dieser Karton wird deutlich anders beschriftet als alle übrigen, fährt idealerweise im eigenen Auto mit und wird am Zielort als Erstes ausgepackt. Darin gehören außerdem Bettzeug, Duschzeug, Ladekabel, eine Lampe, ein Messer und ein Flaschenöffner.
Wie sich dieser Plan in den Gesamtterminplan einfügt, steht auf Umzugstermin richtig legen. Was gleichzeitig in Keller, Dachboden und Gartenhaus zu tun ist, erklärt diese Seite. Und wenn Sie das Packen ganz oder teilweise abgeben wollen, sind Umzugshelfer der richtige Weg.
- Sechs bis acht Wochen vorher: Material besorgen, Dachboden und Keller sichten, Aussortiertes entscheiden
- Fünf Wochen vorher: Selten Genutztes packen, also Bücher, Deko, Sammlungen, Saisonkleidung
- Vier Wochen vorher: Zweitgeschirr, Vorräte, Kinderzimmer bis auf das Lieblingsspielzeug
- Drei Wochen vorher: Wohnzimmer, Medien, Elektronik mit fotografierter Verkabelung
- Zwei Wochen vorher: Schlafzimmer und Bad bis auf den täglichen Bedarf
- Eine Woche vorher: Küche bis auf das Nötigste, Kühlschrank leer essen
- Letzte zwei Tage: Restgeschirr, Kühlgeräte abtauen, Karton für den ersten Abend packen
- Am Umzugstag: Alle Kartons geschlossen und beschriftet an einer Stelle je Raum bereitstellen