Warum die Menge dort immer größer ist als gedacht
Wohnräume räumt man alle paar Jahre um, tapeziert, stellt neu. Der Keller wird nur voller. Was dort steht, ist über Jahrzehnte hineingetragen und selten wieder herausgeholt worden: Regale mit Einweckgläsern, Farbeimer, Fliesenreste vom Bad, das Kinderbett, drei Fahrräder, von denen zwei nicht mehr fahren. Auf dem Dachboden liegt der gleiche Zeitraum, nur trockener und staubiger.
Beim Schätzen fällt das aus dem Blick, weil niemand die Nebenräume vor Augen hat, wenn er an seinen Umzug denkt. Gedacht wird in Zimmern: Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Kinderzimmer. Gefahren wird aber in Kubikmetern, und da liegen Keller, Dachboden, Garage und Gartenhaus zusammen oft bei einem Drittel der Gesamtmenge, manchmal darüber.
Genau deshalb kippen Umzüge, die nach Zimmerzahl über das Telefon kalkuliert wurden, am Nachmittag: Der Wagen ist voll, im Keller steht noch die Hälfte, und plötzlich wird über eine zweite Fahrt gesprochen. Ein Aufmaß vor Ort, bei dem jede Tür geöffnet wird, verhindert das zuverlässig.
Der Keller: enge Treppe, schweres Gut
Kellertreppen in älteren Häusern sind schmal, haben eine steile Steigung, oft eine Wendung und selten ein Geländer, an dem man sich beim Rückwärtsgehen halten möchte. Alles, was hinauf soll, muss getragen werden, und zwar von zwei Personen im Gleichschritt. Das ist der Grund, warum ein voller Keller in der Zeitrechnung schwerer wiegt als ein voller Wohnraum im Erdgeschoss.
Dazu kommt, was dort typischerweise steht: Werkbank, Waschmaschine, Trockner, Gefriertruhe, Getränkekisten, Werkzeugschränke, Reifensätze, Kartons mit Akten. Fast alles davon ist schwer, sperrig oder beides. Wir zerlegen, was sich zerlegen lässt, sichern Türen und Klappen und packen Kleinteile so, dass niemand mit losen Schrauben in der Hand die Treppe hochsteigt.
Feuchte spielt ebenfalls eine Rolle. Kartons, die lange auf einem kühlen Kellerboden standen, haben oft weiche Böden und reißen beim Anheben. Wir packen solche Bestände um, bevor sie bewegt werden. Wer selbst vorarbeitet, stellt Kartons im Keller am besten auf Paletten oder Leisten und packt nichts Schweres in alte Obstkisten.
Der Dachboden: Klappleiter und Kniestock
Der Dachboden hat zwei Eigenheiten. Erstens den Zugang: eine Klappleiter oder eine schmale Bodentreppe, die für eine Person mit einem Karton gedacht ist und nicht für zwei Personen mit einem Koffer. Zweitens die Höhe: Unter der Schräge steht man gebückt, und alles muss zuerst zur Öffnung hin bewegt werden, bevor es überhaupt nach unten kann.
Praktisch heißt das, dass wir am Dachboden mit einer Kette arbeiten: Eine Person reicht an, eine steht an der Leiter, eine nimmt unten ab. Das geht zügig, solange die Stücke handlich sind. Sperrige Einzelteile, etwa ein alter Schrankaufsatz oder eine zusammengeschraubte Kiste, kosten dagegen einzeln viel Zeit, weil sie durch die Öffnung gedreht werden müssen.
Auf Dachböden liegt außerdem viel, das niemand mehr sucht: Umzugskartons vom vorletzten Umzug, Vorhangstangen, Skiausrüstung, Bilderrahmen, Reste von Dämmmaterial. Es lohnt sich, dort früh durchzugehen, weil sich hier der Anteil an Entsorgungsgut am schnellsten senken lässt. Was tatsächlich nur eingelagert werden soll, kann in unser Lager gehen, statt zweimal umgetragen zu werden.
Garage, Carport und was dazwischen steht
Garagen sind selten reine Garagen. In der Regel steht das Auto vorn und der Rest des Haushalts dahinter: Regale mit Lacken und Ölen, Winterreifen, Rasenmäher, Anhängerzubehör, Kanister, Gartenstühle, ein Kompressor, ein Bollerwagen. Weil dort viel Kleinteiliges steht, ist die Garage der Raum, der beim Packen am längsten braucht und beim Schätzen am kürzesten bedacht wird.
Beim Carport kommt hinzu, dass er nach außen offen ist. Was dort lagert, ist Witterung ausgesetzt, Kartons taugen dort nicht, und Ladung, die schon feucht ist, wird nicht ungeschützt zu trockenem Gut in den Wagen gestellt. Wir packen solche Sachen getrennt und laden sie so, dass nichts durchweicht.
Wichtig sind die Flüssigkeiten. Benzin, Zweitaktgemisch, Spiritus, Lösungsmittel und angebrochene Lackdosen gehören nicht in den Möbelwagen. Solche Reste bringen Sie am besten selbst zur Sammelstelle für Problemstoffe, bevor der Umzugstag kommt. Was bleibt, ist schnell verpackt.
Gartenhaus, Geräte und Brennholz
Zum Gartenhaus führt oft kein befestigter Weg, sondern eine Rasenfläche, ein Trittplattenpfad oder ein Streifen Rindenmulch. Für die Räumung heißt das: keine Sackkarre, kein Rollbrett, alles wird getragen, und bei Nässe wird der Weg zusätzlich weich. Wir planen dafür bewusst mehr Zeit ein, statt am Tag selbst zu improvisieren.
Der Inhalt ist zudem eigen. Rasenmäher und Vertikutierer sollten leer gefahren oder abgesaugt sein, damit kein Kraftstoff im Wagen steht. Spaten, Rechen, Harken und Stiele bündeln wir, weil einzelne Stiele im Laderaum wandern. Blumenkästen, Töpfe und Übertöpfe sind schwer und zerbrechlich zugleich; leer transportiert sind sie das eine, mit Erde gefüllt das andere.
Brennholz ist ein Sonderfall. Ein Ster wiegt mehr, als die meisten annehmen, und lose Scheite kosten im Laderaum unverhältnismäßig viel Platz. Wenn Holz mit soll, wird es gestapelt und gesichert geladen, und die Menge gehört ausdrücklich ins Aufmaß. Häufig ist es die vernünftigere Entscheidung, das Holz am alten Ort zu lassen oder abzugeben.
Getrennt aufgemessen: drei Stapel statt einem
Beim Aufmaß gehen wir mit Ihnen durch jeden Nebenraum und sortieren laut mit. Aus einem unübersichtlichen Kellerregal werden dabei drei klar getrennte Mengen, und jede davon wird anders behandelt und anders gerechnet.
Diese Trennung ist nicht bloß Ordnung, sondern Kalkulation. Nur der erste Stapel geht in das Volumen des Umzugs ein. Der zweite bestimmt die Menge, die in das Lager fährt. Der dritte bestimmt, wie viel entsorgt wird. Wenn diese drei Zahlen sauber getrennt sind, stimmt das Angebot auch dann noch, wenn am Umzugstag etwas hinzukommt.
- Mitnehmen: alles, was in der neuen Wohnung oder im neuen Haus gebraucht wird
- Einlagern: alles, wofür am Zielort noch kein Platz ist oder was erst nach dem Umbau zurück soll
- Entsorgen: Defektes, Ausgedientes, Doppeltes, dazu alte Möbel ohne Verwendung
- Selbst regeln: Problemstoffe, Farb- und Kraftstoffreste, Batterien, Altmedikamente
Entsorgung, Volumen und der Wertstoffhof
Entsorgung wird nicht nach Stückzahl gerechnet, sondern nach Volumen und Art des Materials. Ein Kubikmeter Sperrmüll aus Holz und Polstern ist etwas anderes als ein Kubikmeter Bauschutt oder ein Kühlgerät, das gesondert behandelt werden muss. Deshalb messen wir die Entsorgungsmenge beim Aufmaß mit auf, statt sie am Umzugstag zu schätzen. Wie sich das im Angebot niederschlägt, zeigt die Preisseite.
Ein Teil des Materials geht in die Wiederverwendung, ein Teil in die stoffliche Verwertung, der Rest in die Entsorgung. Für Elektrogeräte, Metalle, Holz und Grünschnitt gibt es getrennte Wege, und genau dafür ist der Wertstoffhof des Landkreises die richtige Adresse. Kleinere Mengen können Sie dort selbst abgeben, wenn Sie ohnehin dorthin fahren und Zeit sparen wollen.
Größere Mengen übernehmen wir und bringen sie sortiert zur zugelassenen Annahmestelle. Sie bekommen den Raum besenrein zurück und den Nachweis über die ordnungsgemäße Entsorgung. Geht es nicht nur um Nebenräume, sondern um ein ganzes Haus, sind Entrümpelung und Haushaltsauflösung die passenden Seiten.
Vorarbeit, die wirklich Zeit spart
Nicht jede Eigenleistung lohnt sich. Möbel zu zerlegen, ohne die Beschläge zu kennen, kostet am Ende mehr, als es einspart. Beim Inhalt der Nebenräume ist es umgekehrt: Dort ist Vorarbeit fast immer die günstigste Stunde des ganzen Umzugs, weil Sie Entscheidungen treffen, die niemand für Sie treffen kann.
Fangen Sie früh an, in kleinen Einheiten, und arbeiten Sie von hinten nach vorn: erst Dachboden, dann Keller, dann Garage und Gartenhaus. Der Wohnbereich kommt zuletzt, weil er bis zum Schluss benutzt wird. Wie sich das in einen Zeitplan einfügt, steht auf Umzugstermin richtig legen, und das Packen selbst erklärt Kartons richtig packen.
- Jeden Nebenraum einmal komplett durchgehen und laut entscheiden, statt zurückzustellen
- Entsorgungsgut an einer Stelle sammeln, damit es beim Aufmaß sichtbar ist
- Problemstoffe und Kraftstoffreste vorab selbst abgeben
- Kleinteile aus offenen Regalen in stabile Kartons umpacken und beschriften
- Gartengeräte reinigen, Stiele bündeln, Töpfe leeren und stapeln
- Wege zum Gartenhaus und zur Garage frei räumen, bevor die Mannschaft kommt